Ratgeber · Etikettierverfahren
Ein Etikett, das den ganzen Umfang bedeckt, verzeiht keine Ungenauigkeit. Dieser Ratgeber erklärt, wie das Wickelverfahren funktioniert, warum die Synchronisation über das Ergebnis entscheidet und weshalb konische Behälter eine Sonderbehandlung brauchen.
Von Rundum-Etikettierung – im Englischen Wrap-around – spricht man, wenn ein einziges Etikett ganz oder teilweise um den Umfang eines zylindrischen Behälters gewickelt wird. Weil das Etikett den Behälter umschließt, heißt es auch Wickeletikett. Typische Anwendungen sind Dosen, zylindrische Flaschen, Tiegel und Kartuschen in der Lebensmittel-, Kosmetik-, Chemie- und Pharmabranche.
Der Reiz des Verfahrens: Die gesamte Mantelfläche wird zur Gestaltungs- und Informationsfläche, was gerade bei kleinen Behältern und wachsenden Kennzeichnungspflichten zählt. Der Anspruch: Das Etikett muss faltenfrei anliegen, der Stoß sauber überlappen und darf nicht schräg laufen. Wie das gelingt, zeigen die folgenden Abschnitte.
Das Verfahren: drehen, spenden, andrücken
Im Kern besteht die Rundum-Etikettierung aus drei aufeinander abgestimmten Bewegungen. Ein Sensor, meist ein Fotoauge, erkennt den Behälter und seine Position. Der Etikettierkopf spendet das Etikett von der Rolle über die Spendekante. Gleichzeitig dreht ein angetriebener Rollensatz den Behälter, sodass sich das Etikett während des Drehens um den Umfang legt und angedrückt wird.
Bei selbstklebenden Etiketten übernimmt ein Schrittmotor- oder Servoantrieb die Etikettenbahn. Je genauer dieser Antrieb arbeitet, desto exakter sitzt das Etikett: Gängige Systeme erreichen unter einem Millimeter Abweichung, servogesteuerte bis etwa einen halben Millimeter.
Warum die Synchronisation über das Ergebnis entscheidet
Der häufigste Fehler bei der Rundum-Etikettierung ist der Spiralversatz. Er entsteht, wenn sich der Behälter schneller oder langsamer dreht, als die Etikettenbahn nachläuft. Dann wandert das Etikett schräg um den Behälter, statt gerade umzulaufen – Anfang und Ende treffen sich nicht mehr, der Stoß klafft oder überlappt schief.
Deshalb ist die exakte Synchronisation von Kopf- und Behältergeschwindigkeit der Kern jeder guten Rundum-Maschine. Gerade bei langen Etiketten, die den Behälter fast vollständig umschließen, darf kein Versatz auftreten, sonst wird er auf der fertigen Verpackung sofort sichtbar.
Sonderfall konische Behälter
Konische Behälter – verjüngte Dosen, Becher, Kartuschen oder Flaschen der Bordeaux- und Champagnerform – sind der anspruchsvollste Fall. Der Grund liegt in der Geometrie: Oben und unten hat der Behälter einen unterschiedlichen Umfang. Ein gerades, rechteckiges Etikett kann sich dieser Form nicht anpassen. Es wirft Falten, die Kanten stehen ab, und das Etikett läuft schräg.
Die Lösung liegt auf zwei Ebenen. Mechanisch muss die Maschine den Behälter im Konuswinkel führen und den Spendekopf entsprechend neigen, damit das Etikett trotz der Verjüngung gerade umläuft. Und das Etikett selbst muss die Form aufgreifen: Statt eines Rechtecks kommt ein gebogenes Etikett zum Einsatz, ein Kreisringsegment, das sich der konischen Mantelfläche anpasst und flach anliegt.
Weil keine konische Form der anderen gleicht, gibt es hier keine Maschine von der Stange. Form, Größe und Verjüngungswinkel des Behälters bestimmen die Konfiguration – vom Etikettenzuschnitt bis zur Andrückeinheit. Bei stark konischen Behältern sorgt eine luftunterstützte Andrückung dafür, dass das Etikett auch an der Verjüngung sauber und ohne Aufbiegen verklebt.
Rundum oder positioniert – wann was?
Nicht jede runde Flasche braucht ein Rundum-Etikett. Wein- und Spirituosenflaschen tragen oft ein positioniertes Vorder- und Rücketikett mit unbedrucktem Zwischenraum – das ist ein anderes Verfahren mit anderen Anforderungen. Die Rundum-Etikettierung lohnt sich, wenn die Gestaltung durchlaufen soll oder der Behälter zu klein für getrennte Etiketten ist.
Auch bei der Kennzeichnung gibt es Spielraum: Haltbarkeitsdatum, Chargennummer oder Barcode lassen sich im selben Durchlauf mit aufbringen, entweder direkt auf das Etikett gedruckt oder berührungslos auf den Behälter.
Welcher Behälter soll rundum etikettiert werden?
Zylindrisch oder konisch, Dose, Flasche oder Tiegel: Schicken Sie uns Fotos, Maße oder ein Muster. Wir etikettieren Ihren Behälter auf der Vorführmaschine und zeigen das Ergebnis im Online-Termin. Beratung direkt von Heino Holst, seit 1997. Rückmeldung in der Regel am selben Werktag.
Ratgeber · Etikettierverfahren
Rundum-Etikettierung – Verfahren, Technik und Sonderfälle
Ein Etikett, das den ganzen Umfang bedeckt, verzeiht keine Ungenauigkeit. Dieser Ratgeber erklärt, wie das Wickelverfahren funktioniert, warum die Synchronisation über das Ergebnis entscheidet und weshalb konische Behälter eine Sonderbehandlung brauchen.
Von Rundum-Etikettierung – im Englischen Wrap-around – spricht man, wenn ein einziges Etikett ganz oder teilweise um den Umfang eines zylindrischen Behälters gewickelt wird. Weil das Etikett den Behälter umschließt, heißt es auch Wickeletikett. Typische Anwendungen sind Dosen, zylindrische Flaschen, Tiegel und Kartuschen in der Lebensmittel-, Kosmetik-, Chemie- und Pharmabranche.
Der Reiz des Verfahrens: Die gesamte Mantelfläche wird zur Gestaltungs- und Informationsfläche, was gerade bei kleinen Behältern und wachsenden Kennzeichnungspflichten zählt. Der Anspruch: Das Etikett muss faltenfrei anliegen, der Stoß sauber überlappen und darf nicht schräg laufen. Wie das gelingt, zeigen die folgenden Abschnitte.
Das Verfahren: drehen, spenden, andrücken
Im Kern besteht die Rundum-Etikettierung aus drei aufeinander abgestimmten Bewegungen. Ein Sensor, meist ein Fotoauge, erkennt den Behälter und seine Position. Der Etikettierkopf spendet das Etikett von der Rolle über die Spendekante. Gleichzeitig dreht ein angetriebener Rollensatz den Behälter, sodass sich das Etikett während des Drehens um den Umfang legt und angedrückt wird.
Bei selbstklebenden Etiketten übernimmt ein Schrittmotor- oder Servoantrieb die Etikettenbahn. Je genauer dieser Antrieb arbeitet, desto exakter sitzt das Etikett: Gängige Systeme erreichen unter einem Millimeter Abweichung, servogesteuerte bis etwa einen halben Millimeter.
Warum die Synchronisation über das Ergebnis entscheidet
Der häufigste Fehler bei der Rundum-Etikettierung ist der Spiralversatz. Er entsteht, wenn sich der Behälter schneller oder langsamer dreht, als die Etikettenbahn nachläuft. Dann wandert das Etikett schräg um den Behälter, statt gerade umzulaufen – Anfang und Ende treffen sich nicht mehr, der Stoß klafft oder überlappt schief.
Deshalb ist die exakte Synchronisation von Kopf- und Behältergeschwindigkeit der Kern jeder guten Rundum-Maschine. Gerade bei langen Etiketten, die den Behälter fast vollständig umschließen, darf kein Versatz auftreten, sonst wird er auf der fertigen Verpackung sofort sichtbar.
Sonderfall konische Behälter
Konische Behälter – verjüngte Dosen, Becher, Kartuschen oder Flaschen der Bordeaux- und Champagnerform – sind der anspruchsvollste Fall. Der Grund liegt in der Geometrie: Oben und unten hat der Behälter einen unterschiedlichen Umfang. Ein gerades, rechteckiges Etikett kann sich dieser Form nicht anpassen. Es wirft Falten, die Kanten stehen ab, und das Etikett läuft schräg.
Die Lösung liegt auf zwei Ebenen. Mechanisch muss die Maschine den Behälter im Konuswinkel führen und den Spendekopf entsprechend neigen, damit das Etikett trotz der Verjüngung gerade umläuft. Und das Etikett selbst muss die Form aufgreifen: Statt eines Rechtecks kommt ein gebogenes Etikett zum Einsatz, ein Kreisringsegment, das sich der konischen Mantelfläche anpasst und flach anliegt.
Weil keine konische Form der anderen gleicht, gibt es hier keine Maschine von der Stange. Form, Größe und Verjüngungswinkel des Behälters bestimmen die Konfiguration – vom Etikettenzuschnitt bis zur Andrückeinheit. Bei stark konischen Behältern sorgt eine luftunterstützte Andrückung dafür, dass das Etikett auch an der Verjüngung sauber und ohne Aufbiegen verklebt.
Rundum oder positioniert – wann was?
Nicht jede runde Flasche braucht ein Rundum-Etikett. Wein- und Spirituosenflaschen tragen oft ein positioniertes Vorder- und Rücketikett mit unbedrucktem Zwischenraum – das ist ein anderes Verfahren mit anderen Anforderungen. Die Rundum-Etikettierung lohnt sich, wenn die Gestaltung durchlaufen soll oder der Behälter zu klein für getrennte Etiketten ist.
Auch bei der Kennzeichnung gibt es Spielraum: Haltbarkeitsdatum, Chargennummer oder Barcode lassen sich im selben Durchlauf mit aufbringen, entweder direkt auf das Etikett gedruckt oder berührungslos auf den Behälter.
Welcher Behälter soll rundum etikettiert werden?
Zylindrisch oder konisch, Dose, Flasche oder Tiegel: Schicken Sie uns Fotos, Maße oder ein Muster. Wir etikettieren Ihren Behälter auf der Vorführmaschine und zeigen das Ergebnis im Online-Termin. Beratung direkt von Heino Holst, seit 1997. Rückmeldung in der Regel am selben Werktag.
